…, warum Hunde Menschen zur Begrüßung anspringen?

Das Verhalten lässt sich wie immer aus dem Verhalten von Wölfen und Hunden untereinander ableiten.

  1. Das Anspringen selber, das Berühren des Kopfes oder Oberkörpers des Gegenübers mit den Vorderpfoten ist ein Zeichen „aktiver Demut“. Aktive Demut wird bei der freundlichen Kontaktaufnahme, der friedlichen Distanzverringerung und zum festigen sozialer Strukturen gezeigt. Dieses Verhalten soll Konflikte vermeiden, abschwächen oder beenden.
  2. Das Anspringen dient dem Erreichen des menschlichen Gesichtes, um dieses dann abzuschlecken. Das Lecken der Lefzen eines anderen Hundes von unten drückt ebenfalls aktive Demut aus.
  3. Das Anspringen selber , das Berühren des Kopfes oder Oberkörpers des Gegenübers mit den Vorderpfoten wird auch als Spielaufforderung genutzt.
  4. Anspringen als erlerntes Verhalten tritt ebenfalls auf und zwar im Zusammenhang mit der Forderung nach Aufmerksamkeit.

Vor diesem Hintergrund wird klar, dass es unfair ist, einen Hund wegzutreten oder zu schubsen, wenn er dich anspringt. Das ist vergleichbar damit, ein Kind wegzutreten, dass dir freudig in die Arme laufen will. Welche Auswirkung das auf deine Beziehung zu deinem Hund haben kann, wird durch dieses Beispiel deutlich.

Nun ist es aber in unserer Gesellschaft besonders bei grossen Hunden unbedingt notwendig, unkontrolliertes Anspringen von Personen zu verhindern. Alte Leute oder Kinder könnten stürzen, Kleidung verschmutzt werden o.ä.

Du kannst früh anfangen, deinem Hund das Anspringen liebevoll abzutrainieren:

  1. Wenn er dich anspringt, setze ihn sanft mit allen vier Pfoten auf die Erde und begrüsse ihn dort.
  2. Noch besser: Begrüsse ihn möglichst in der Hocke, solange alle vier Pfoten noch auf der Erde stehen, er also noch nicht hoch gesprungen ist.
  3. Übe „rauf“ und „runter“ als Positionen ein und verbinde sie mit entsprechenden Signalen.
  4. Begrüsse deinen Hund im „rauf“ nur, nachdem du das Signal gegeben hast. Springt er dich ohne Signale an, schicke ihn zunächst ins „runter“, warte kurz und erlaube ihm dann eventuell ein „rauf“, das du mit Zuneigung belohnst.
  5. Belohne deinen Hund jedesmal mit Zuneigung, wenn er es schafft, dich zu begrüssen, ohne dass er dich anspringt.

So kannst du auf eine liebevolle Art das Bedürfnis deines Hundes, dich seiner Art entsprechend freundlich zu begrüssen und eure soziale Bindung zu festigen, und die Unversehrtheit deiner Mitmenschen unter einen Hut bringen.