…, dass, wenn es alle Jahre wieder…

knallt, blitzt und stinkt, vielen Tieren gar nicht nach Feiern zu Mute ist?

Klar, das wissen wir alle. Viele Wildtiere leiden unter dem menschlichen Spektakel. Alleine das wäre eine Grund, auf Feuerwerk zu verzichten, und das eingesparte Geld stattdessen in irgendeiner Form den Tieren zugute kommen zu lassen.

Aber auch viele unserer Hunde haben an Sylvester keine Freude. Oft ist es eine recht unspezifische Angst vor dieser Kombination aus optischen, olfaktorischen und akustischen Reizen, die sich durchaus bis zur Panik steigern kann.

Der eine Hund zeigt vielleicht nur leichte Stressanzeichen, während sich ein anderer panisch unter dem Sofa verkriecht, zittert und hechelt.

Wie können wir unseren Hunden helfen? Hierbei sind kurzfistige Strategien, die man noch in diesem Jahr anwenden kann, und langfristigen Massnahmen zu unterscheiden.

Kurzfristige Strategien:

  1. Frühzeitig Gassi gehen, solange noch möglichst wenig Feuerwerk gezündet wird!
  2. Hunde nicht ableinen und gut sichern, um eine durch Erschrecken bedingte Flucht zu vermeiden!
  3. Rollos runter, Fenster zu & Musik an oder Rückzug in fensterlose Räume, um die Angst auslösenden Reize möglichst abzuschwächen!
  4. Den Hund nicht alleine lassen!
  5. Negative Stimmungsübertragung (Angst vor der Angst des Hundes) vermeiden!
  6. Soziale Unterstützung durch den menschlichen Bindungspartner: Nähe geben, evtl. auch Streicheln und Massage, falls der Hund Nähe wünscht!
  7. Die Anwesenheit anderer souveräner Hunde senkt das Stresslevel mehr als die Anwesenheit des Menschen!
  8. Falls vom Stresslevel des Hundes her möglich, kleine Übungen, Clickern, Leckerli- oder Spielzeugsuchspiele o.ä.
  9. Entspannungssignal (falls vorhanden) nutzen!
  10. Ätherische Öle, andere pflanzliche Mittel, Adaptil (Halsband, Spray, Raumverdampfer) oder Nahrungsergänzungsmittel kann man benutzen, eine effektive Wirkung ist aber fraglich.

Langfristige Maßnahmen:

  1. Decken-/Boxentraining, Box als sicheren Rückzugsort trainieren!
  2. Ruhe- und Entspannungstraining, Entspannungssignal aufbauen!
  3. Entspannungsmassage ritualisieren!
  4. Gegenkonditionierung der Feuerwerkgeräusche!
  5. Desensibilisierung mit speziellen Trainingsprogrammen/-geräuschen (Filme, CD, DVD), Trainer zu Rate ziehen!
  6. Bindung stärken, sich im Alltag immer als „sicherer Hafen“ erweisen!
  7. Vertrauen stärken, gemeinsam „Abenteuer“ (neue, potentiell bedrohliche Situationen) durchleben!

Prophylaxe:

Eine präventives Training gegen Geräuschangst schon im Welpenalter, spätestens aber beim erwachsenen Hund ist die wirksamste Maßnahme, um Sylvester langfristig gut zu überstehen.

Vorsicht:

Bei verschreibungspflichtigen Medikamenten ist zum Teil Vorsicht geboten. Verwendete Neuroleptika (Acepromazin) nehmen nicht die Angst, sonderen verhindern nur die sichtbare Reaktion darauf.

Noch Fragen? Ich helfe euch gerne!