Abenteuer Pflegehund Tag 13 & 14

Der 13. Tag brachte nach Abschluss des Berichtes noch einige Ereignisse, die unbedingt noch erwähnt werden müssen:

Nachdem Brici eine Weile geschlummert hatte, ging es wie immer noch ein letztes Mal kurz in den Garten. Ganz gegen ihre Gewohnheit galoppierte sie plötzlich los und rannte den anderen beiden voraus in den Garten. Dort sprang sie dann im vollen Galopp mehrmals voller Lebensfreude quer durch den Garten und versuchte auch die anderen beiden zum Spielen aufzufordern. Leider hatten die irgendwie gerade keine Lust. Anschliessend lieferte sie sich, wieder in wunderschönem Galopp, ein Wettrennen mit Lina bis zurück zur Haustüre.

Drinnen durfte ich Brici dann das erste Mal für mehrere Minuten auf dem Arm halten, ohne dass sie zappelte. Sie vertraute mir und hielt ganz still. Als Rainer sie ein wenig später streichelte, drückte sie sich ganz fest gegen ihn. Sie hat uns den Abschied wirklich nicht leicht gemacht!

Als wir schlafen wollten und die Hunde wie jeden Abend nur von Kindergittern getrennt auf Küche, Flur und Schlafzimmer aufgeteilt waren, fing Brici zu jaulen und bellen an. Ein wenig hatte sie das auch in der zweiten und dritten Nacht getan, aber gestern abend war es verzweifelter. Ich versuchte, sie erst zu beruhigen, aber sie blieb unruhig und jaulte und bellte immer wieder. Schliesslich liess ich sie mit ins Schlafzimmer, wo sie noch eine Weile unruhig umher lief und sich dann aber mit ins Bett legte. Ich bin überzeugt, dass sie unsere veränderte Stimmung gespürt hat, und dass sie das geängstigt hat, obwohl es fast unerklärlich ist, wie ein Hund, der nicht eng zusammen mit Menschen aufgewachsen ist, so feinfühlig für menschliche Stimmungen sein kann.

Heute morgen kam sie dann ganz intensiv kuscheln und stupste mir die Tränen aus dem Gesicht, kam mit ins Bad, obwohl sie sonst immer auf dem Bett liegen blieb und war insgesamt besonders lieb und anhänglich.

Vormittags kam dann das neue Frauchen. Weil Brici in dem unbekannten Auto panisch reagierte, fuhr Rainer noch die halbe Strecke neben ihr sitzend mit, während ich mit unseren Hundis hinterher fuhr. Brici drückte sich während der kompletten Fahrt ganz eng an ihn. Mit einer vertrauten Person war das unbekannte Fahrzeug dann gar nicht mehr bedrohlich. Nach einem Zwischenstop im Tierbedarfladen zum Maulkorbkauf und Wiegen (12,8 kg !), ging es dann ohne uns wohl ganz gut weiter.

Der Abschied war furchtbar: Obwohl wir Brici ja schon bald wiedersehen können und auch die Hunde sich oft zum Kuscheln, Spielen und Trainieren treffen werde, habe ich in der letzten Nacht kaum geschlafen und es sind nicht nur ein paar Tränen geflossen. Die kleine Maus fehlt hier richtig und wir vermissen sie! Ich glaube, wir sind die schlechteste aller Pflegestellen, weil wir es nicht einmal zwei Wochen lang geschafft haben, auch nur ein bischen emotionale Distanz zu halten. Ein bischen Liebhaben geht bei Hunden einfach nicht!

Wenn sich Brici im neuen Zuhause gut eingelebt hat, werde ich bestimmt noch einmal berichten, wie es der Maus geht! Wann sie wohl ihre Begleithundeprüfung macht?

Schaut euch doch mal Bricis Kumpel in Italien an – besonders Pippo und Nina!