Abenteuer „unser“ Hund (1)

Diana, bei der Brici jetzt lebt, und ich würden gerne anderen Menschen Mut machen, sich auf das wunderschöne Abenteuer mit einem Hund aus dem Tierschutz einzulassen, ihnen die Angst vor dem Unbekannten nehmen und sie neugierig machen, auf all die unentdeckten wunderbaren Hunde wie Brici. Darum folgt hier ein Bericht aus dem „neuen Zuhause“.

Ein Bericht von Bricis neuer Hundemutti Diana:

Abenteuer „unser“ Hund
Ich habe am 4. Januar unser neues Familienmitglied aus dem Rudel Annica, Rainer, Schlappi und Lina herausgerissen. Meine Frotzeleien mit Annica… ihr werdet sowieso Pflegestellenversager und behaltet den Hund und ihre Erwiderung…. vielleicht wohnt sie ja bald bei euch… hatten damit ein Ende. Eigentlich war ich auf der „Suche“ nach einem jüngeren Hund und einer ganz anderen Rasse. Wichtig war mir jedoch, dass unser neues Familienmitglied auch mich auswählt, zu mir möchte, die Chemie stimmt. Die Chemie schien zu stimmen, das hatten wir Weihnachten bemerkt. Meine Argumente gegen Brici waren jedoch:

  • 1. Angsthund (wobei Annica mir sicher zustimmen wird, dass sie ein ängstlicher, vielleicht auch sehr ängstlicher aber kein panischer Hund ist)
  • 2. Briciola ist mein/unser erster Hund. Dann gleich mit einem Hund beginnen der in unbekanntem Maß vorbelastet ist.
  • 3. Das sie unser erster Hund ist, sagt natürlich auch aus, dass sie unser einziger Hund ist. Ihr würde es ganz gewiss gut tun, zumindest einen souveränen 4 beinigen Kumpel an ihrer Seite zu haben.

Und trotzdem , sie hat unser Herz erobert, wir starten in dieses Abenteuer und sie hatte am 4 Januar 2020 den letzten Umzug ihres Lebens. Versprochen.

Tja. Brici’s Umzug. Ich bin stolz mit meiner neuen Freundin zu meinem Auto gelaufen. Sie lässt sich ziemlich gut führen. Nur… dann standen wir dort, vor meinem Auto, die Tür war offen und wir schauen beide rein….(Annicas Aussage war immer: Auto fährt sie gern, das scheint ihr Schutz zu bieten, da springt sie bei uns von allein rein) Vielleicht ist es dem Fabrikat geschuldet (ich fahre ein italienisches Auto), bestimmt will sie nur komplett mit Italien abschließen… aber wir stehen jetzt davor und gucken nur rein. Ich kam mir vor, als hätte ich schlagartig ein Baby bekommen und den Wickelkurs verpasst.  Ich bin dann vor ihr ins Auto gekrochen und sie folgte mir…. cool. Als ich denn aber auf dem Fahrersitz platz nahm, wurde sie panisch. Zum Glück ist Rainer mitgefahren. Die restliche Strecke später allein… naja… Aufregung, aber es wurde besser und wir sind angekommen. Beim Öffnen der Tür habe ich meinen ersten Fehler gemacht, sie sprang an mir vorbei und hing im Geschirr. Sch…. tut mir leid Brici. Ich werde beim nächsten mal besser auf dich aufpassen. Der Tag bei uns verlief erwartungsgemäß. Natürlich ist sie nicht hocherfreut, jetzt hier zu sein, fern von ihrem alten Rudel. Unbekannte Geräusche erschrecken sie, dann zuckt sie, mehr eigentlich nicht. Lernt aber sehr schnell die neuen Geräusche als ungefährlich abzuspeichern. Als wir gestern ins Bett gingen, hat sie dann angefangen zu jaulen… (ich möchte mich hiermit ganz offiziell bei allen entschuldigen, denen ich im Bezug auf die Erziehung ihrer Kinder immer sagte: „Ich würde hart bleiben, das müssen sie lernen) Ich habe auf dem Sofa geschlafen. 

5. Jan. Haben heute einen wunderschönen Spziergang gemacht und dabei symphatisch und unsymphatisch riechende Menschen getroffen. Die unsymphatischen zuerst. Deren Fährte folgte sie nur bedingt. Ich hätte sie am Geschirr über den Waldweg schleifen müssen um diesen Menschen zu folgen. Also gut kleine Freundin, das kann ja heiter werden, nehmen wir dann heute mal den Weg, aus denen die Unsymphaten kamen. Da benötigte ich weniger Überzeugungsarbeit. Und dann oh je oh je…. unausweichlicher Gegenverkehr, 2 Wanderer. Als hingehockt, Brici gekrault und das beste für ihr Seelenheil gehofft. Aber die kleine überrascht mich. Da wehte ihr wohl ganz Tolles um die Nase. Da musste sie doch auf Brici Art (lang gereckter Hals und immer sprungbereit) doch mal genauer hinschnuffeln. Ok, das macht Mut Mädchen, wir schaffen das. Und genau wie meine neue Freundin lerne auch ich. Auf dem Rückweg nahm ich den Weg, den unsere „unsymphatischen Menschen“ in anderer Richtung zuvor wählten. Bricis Unmut war greifbar, aber ich konnte feststellen, wie sich ihr Gang und das Verhalten an der Leine hinter mir änderten, und ich habe gelernt ihr zu zeigen, wir gehen weiter, wir schaffen das ohne Zug auf die Leine.(Danke Annica: ich habe gelernt, wie „geh einfach weiter“ funktioniert/danke Suzanne Clothier für „Es würde Knochen vom Himmel regnen“ und die Beschreibung wie man mental immer bei seinem Hund sein sollte.) Nun liegen wir nebenainander auf dem Sofa. Sie schlummert selig. Aber sie mag noch nicht fressen und gesoffen hat sie nur wenig. Ich hoffe das gibt sich in Kürze….

Ach… und…. die allerwichtigste Erkenntnis. Dem neuen Familienmitglied NACH dem Gassigehen den restlichen Erdaushub des Neubaus zu zeigen, ist eine ganz blöde Idee. Lehmboden hebt sich farblich wunderschön von einem schwarzen Sofa ab.

Diana

Update von heute morgen: Gerade bekam ich eine Mail von der erleichterterten Diana: Brici hat gestern abend ganz normal gefressen und getrunken. Hab´ich doch vorhergesagt! 😉

Ihr wollt wissen, wie es weiter geht?