…, wie ihr Freude am gemeinsamen Training habt?

Irgendwann habe ich mir mal meine eigenen Trainingsregeln aufgestellt. Inspiriert hat mich dazu die Lektüre „Der Freudenweg im Hundesport“. Eigentlich hatte ich mich auch zuvor schon weitgehend an diese Prinzipien gehalten. Durch das Bewusstmachen und Formulieren fallen mir nun aber viel deutlicher Momente auf, in denen ich versucht bin, mich nicht daran zu halten.

Meine Trainingsregeln:

  • Ziel des Trainings müssen immer glückliche Hunde und Menschen sein.
  • Ich trage als Mensch die volle Verantwortung für die Planung, Durchführung und den Erfolg des Trainings.
  • Dabei sollte ich meine Intelligenz, mein Wissen und meine Vorbereitung nutzen, um dem Hund ein möglichst fehlerfreies, niemals frustrierendes, nicht überforderndes und damit automatisch freudiges und erfolgreiches Lernen zu ermöglichen.
  • Ich mute dem Hund niemals mehr als zwei gescheiterte Versuche zu. Spätestens beim dritten Versuch helfe ich ihm so, dass die Übung mit 100%iger Sicherheit funktioniert.
  • Der Hund macht keine Fehler.
  • Der Hund will mich niemals ärgern.
  • Ich suche den Fehler immer in meiner Wahl des Trainingsaufbaus, der Anforderung, der Ablenkung, der Trainingsdauer, der Motivation und in meinem eigenen Verhalten und meiner Stimmung.
  • Wenn ich trainiere und die volle Aufmerksamkeit meines Hundes für mich beanspruche, muss ich ihm auch meine volle Aufmerksamkeit schenken.
  • Deswegen werden dem Hund klare Signale für Beginn und Ende der Arbeit gegeben.
  • Ich arbeite nur mit meinem Hund, wenn ich selber emotional ausgeglichen bin.
  • Ich beobachte meinen Hund und lerne ihn gut kennen, um im Voraus zu bemerken, wann er gestresst ist oder sich unwohl fühlt.

Für die Trainingseinheit heisst das:

  • Gut planen!
  • Flexibel anpassen!
  • Keine halben Sachen!
  • Nicht bei schlechter Stimmung/Stress bei Hund oder Mensch!

Für jede Übung heisst das:

  • Beginne einfach! (Nicht nur bei neuen Übungen, sondern bei jeder Trainingseinheit.)
  • Kleine Schritte! (Lieber zu klein als zu gross, kenne deinen Hund!)
  • Nie zu lang! (Lieber zu kurz als zu lang, kenne deinen Hund!)
  • Nie zu schwierig! (Berücksichtige Anforderung, Ablenkung und konkurrierende Motivation aus Sicht deines Hundes!)
  • Nie mehr als zwei frustrane Versuche!
  • Du beendest! (Auflösungswort für die Übung & Ritual/Signal für das Ende der Trainingseinheit)

Machst du einen Fehler, so dass eure Kommunikation nicht funktioniert und der Hund ein Signal nicht annimmt:

  • Beginne wieder ganz leicht!
  • Hilf ihm so viel wie nötig!
  • Senke die Anforderungen!
  • Mache kleinere Schritte!
  • Trainiere kürzer!

Streiche die Sätze: „Das kann er sonst aber.“ und „Das macht er sonst nie.“ aus deinem Repertoire. Dein Hund will dich niemals ärgern. Er möchte auch nicht die Weltherrschaft erlangen. Wenn etwas nicht funktioniert, liegt der Fehler bei dir. Vielleicht hast du die Ablenkung zu hoch gewählt, weil die Wiese nach Mäusen riecht? Oder dein Hund ist einfach müde? Oder du überträgst deine schlechte Stimmung auf ihn? Suche die Verantwortung IMMER bei dir!