Ja spreche ich denn Chinesisch?

Gestern abend war ich beim Tierarzt. Im Wartezimmer wollte ein anderer Rüde unbedingt mit mir kuscheln. Ich habe mich ganz steif gemacht, die Beine durchgedrückt, meine Rute senkrecht in die Höhe gestreckt und ganz steif mit der Rutenspitze gewedelt. Meine Rückenhaare am Schwanzansatz habe ich dann vorsichtshalber auch noch aufgestellt und mein Körpergewicht ganz weit nach vorne verlagert.

Nachdem der Kleine weiter genervt hat, habe ich ein bischen geknurrt. Und dann hättet ihr mein Herrchen über mich reden hören sollen: „Der wedelt doch mit dem Schwanz, und dann knurrt er gleichzeitig, komisch!“

Ich habe mir nur gedacht: Ja spreche ich denn Chinesisch? Jetzt lebe ich schon so viele Jahre mit diesen Menschen zusammen und die verstehen mich immer noch nicht. Als ich zu ihnen zog, habe ich die Menschen beobachtet. Und ich habe gelernt, ihre Körpersprache und auch viele ihrer Worte zu verstehen. Aber umgekehrt – Pustekuchen!

Wie sollen wir denn wirklich Freunde werden, wenn wir uns noch nicht einmal richtig unterhalten können?

Da behaupten diese Zweibeiner immer, sie seien intelligenter als wir. Irgendwie merkt man davon nichts. Vielleicht sind sie aber auch einfach nur zu arrogant und halten ihre Sprache für die einzig wahre. Oder aber sie sind zu faul oder zu beschäftigt, um uns mal richtig zu beobachten und sich auch mal ordentlich zu informieren.

Ich hätte da noch eine Empfehlung für mein Herrchen und ähnliche Leute: Beobachtet eure Hunde! Wer keine Angst vor wissenschaftlicher Literatur hat, sollte unbedingt das Buch „Ausdrucksverhalten beim Hund“ von Dorit Urd Feddersen-Petersen lesen. Für alle anderen gibt es bei Pürzelchen Kurse wie Aggression, Jagen oder Spielen, Hundekommunikation oder Hundekonflikte. Schaut doch mal rein!

Euer Jack Russell

Hunde verstehenBindung stärken – als Freunde durchs Leben

(nach einer wahren Geschichte – gestern abend beim Tierarzt)