Hundebox: Gefängnis oder Höhle?

oder: Warum macht man mit Hunden eigentlich Boxentraining?

Beim Boxentraining soll der Hund lernen, in bestimmten Situationen oder auf ein Signal hin selbstständig seine Box aufzusuchen und dort auch zu bleiben, bis die Situation beendet ist oder er ein Auflösungssignal erhält. Der Hund soll lernen, dort wirklich zu entspannen, in manchen Fällen auch dann, wenn die Boxentür geschlossen ist.

Boxentraining ist für viele Hunde eine wirklich sinnvolle Sache. Dabei ist es wichtig, dass die Hundebox für den Hund von Anfang an positiv besetzt ist. Nur dann wird sie für ihn ein gerne aufgesuchter Rückzugsort und eine sichere Höhle sein.

Nutzen von Boxentraining:

  • Stubenreinheitstraining (bei Welpen)
  • Distanztraining (z.B. bei Trennungsangst o. prophylaktisch bei Welpen)
  • Rückzugsort (bei ängstlichem/unsicherem Hund z.B. bei Besuch oder Geräuschangst)
  • Training von Alternativverhalten (z.B. bei Ankunft von Besuchern)
  • Raum verwalten (Sicherheit und Führungskompetenz durch Struktur im Alltag)
  • Möglichkeit zum Transport oder zur kurzfristigen Unterbringung bei Turnieren

Ein positiver Ort wird die Box für den Hund nur dann, wenn…

  • sie vom ersten Training an vom Hund selbstständig und freiwillig aufgesucht wird.
  • er dabei das Gefühl der Eigenkontrolle hat.
  • in der Box positive Dinge geschehen, wie z.B. Fressen.
  • die Box immer mit Entspannung und nie mit Anspannung oder Streß verbunden wird.
  • der Hund sich dort niemals eingesperrt fühlt.

Deshalb ist es wichtig, sich für dieses Training genau die Zeit zu nehmen, die dein Hund braucht, um entspannt zu lernen.

Soll die Box ein sicherer Rückzugsort werde, musst du den Hund darin zusätzlich von…

  • allen anderen Hunden,
  • Familienmitgliedern und
  • Besuchern

konsequent und immer abschirmen. Dies kann sich je nach Hund auch auf einen gewissen Radius rund um die Box beziehen.

Boxentraining lässt sich wunderbar über Futter oder über freies Formen mit Clicker oder Markerwort aufbauen. Allerdings erfordert dieses Training Sensibilität und Empathie, besonders wenn es darum geht, den Hund zu einem längeren Aufenthalt in der Box zu bewegen oder gar die Boxentür zu schließen. Ein zu schnelles Vorgehen, kann den Erfolg nachhaltig verhindern. Darum empfiehlt es sich, dieses Training unter der Anleitung eines Trainers durchzuführen.

Beispiele aus unserem Alltag:

Für unsere kleine Elfi war ihr Autokörbchen der schönste Ort der Welt. War sie dort, war sie entspannt. Da war es dann auch egal, ob wir in der Nähe waren oder nicht. Auch im Haus hat sie ihre Hütte geliebt. Wenn sie ihre Ruhe haben wollte, hat sie sich dort verkrümmelt.

Schlappi hat draußen ein Hundezelt als Rückzugsort. Vor ein paar Monaten wurde er von drei kleinen Mädchen bestimmt eine halbe Stunde lang wirklich lieb gestreichelt. Irgendwann hatte er dann doch genug davon: Er stand auf und ging in sein Zelt. In diesem Moment war es dann meine Aufgabe, ihn dort von den Kindern abzuschirmen, die das auch gut nachvollziehen konnten.

Schlappi ist ein souveräner und selbstbestimmter Hund. Er hat gute Copingstrategien und konnte diese Situation völlig entspannt lösen. Bei einem unsicheren Hund muss ich als Mensch erkennen, wann ihm eine Situation zuviel werden könnte, und ihn rechtzeitig in seine Box schicken, um unerwünschtes Verhalten von vorneherein zu verhindern. Gerade dann ist natürlich das Abschirmen der Box gegen andere Menschen extrem wichtig.