Mit meinem Hund darf ich machen, was ich will!

Oder? Nein, zum Glück nicht. Bei vielen Menschen wäre das zum Glück kein größeres Problem, denn sie lieben ihre Hunde von Herzen und wissen auch, was die Fellnasen benötigen, um glücklich zu sein. Leider ist das aber nicht bei allen Menschen so. Deshalb gibt es das Tierschutzgesetz und für die Details die Tierschutzhundeverordnung.

Im ersten Paragraph des Tierschutzgesetzes steht eigentlich schon alles drin:

Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

TSchG § 1 —

Schon hierdurch ist die Anwendung von Stachel- oder Würgehalsbändern, Erziehungsgeschirren, Maulschlaufen oder Elektrohalsbändern eigentlich ausreichend verboten.

Ein bischen konkreter werden die Anforderungen dann im zweiten Paragraphen:

Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,

1.muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,

2.darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,

3.muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

TSchG § 2 —

Damit beginnen die Verpflichtungen eines Hundehalters schon BEVOR er zum Hundehalter wird. Die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten sollte man sich nämlich zumindest zum Teil zulegen, bevor das neue Familienmitglied einzieht.

Außerdem sollte man sich auch vor dem Erwerb des Hundes darüber klar werden, ob man finanziell, zeitlich, körperlich und emotional in der Lage ist, die Bedürfnisse eines Hundes im Allgemeinen und eines bestimmten Individuums im Speziellen bis an dessen Lebensende zu befriedigen.

Im dritten Paragraph werden dann schon viele Einzelheiten geregelt. Besonders interessant für die Ausbildung dürften noch folgende Abschnitte sein:

Es ist verboten:

1.einem Tier außer in Notfällen Leistungen abzuverlangen, denen es wegen seines Zustandes offensichtlich nicht gewachsen ist oder die offensichtlich seine Kräfte übersteigen,

1a.einem Tier, an dem Eingriffe und Behandlungen vorgenommen worden sind, die einen leistungsmindernden körperlichen Zustand verdecken, Leistungen abzuverlangen, denen es wegen seines körperlichen Zustandes nicht gewachsen ist,

1b.an einem Tier im Training oder bei sportlichen Wettkämpfen oder ähnlichen Veranstaltungen Maßnahmen, die mit erheblichen Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sind und die die Leistungsfähigkeit von Tieren beeinflussen können, sowie an einem Tier bei sportlichen Wettkämpfen oder ähnlichen Veranstaltungen Dopingmittel anzuwenden,

5.ein Tier auszubilden oder zu trainieren, sofern damit erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden für das Tier verbunden sind,

8.ein Tier an einem anderen lebenden Tier auf Schärfe abzurichten oder zu prüfen,

8.ein Tier auf ein anderes Tier zu hetzen, soweit dies nicht die Grundsätze weidgerechter Jagdausübung erfordern,

8a.ein Tier zu einem derartig aggressiven Verhalten auszubilden oder abzurichten, dass dieses Verhalten

a)bei ihm selbst zu Schmerzen, Leiden oder Schäden führt oder

b)im Rahmen jeglichen artgemäßen Kontaktes mit Artgenossen bei ihm selbst oder einem Artgenossen zu Schmerzen oder vermeidbaren Leiden oder Schäden führt oder

c)seine Haltung nur unter Bedingungen zulässt, die bei ihm zu Schmerzen oder vermeidbaren Leiden oder Schäden führen,

11.ein Gerät zu verwenden, das durch direkte Stromeinwirkung das artgemäße Verhalten eines Tieres, insbesondere seine Bewegung, erheblich einschränkt oder es zur Bewegung zwingt und dem Tier dadurch nicht unerhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt, soweit dies nicht nach bundes- oder landesrechtlichen Vorschriften zulässig ist,

TSchG § 3 —

Auch in der Tierschutz-Hundeverordnung stehen viele wichtige Regelungen zu Haltung, verschiedenen Haltungsformen, Pflege, Ernährung und Ausstellung von Hunden. Sie zu lesen sollte für jeden Hundehalter verpflichtend sein, eigentlich schon bevor der Hund einzieht.

Außerdem kann es nicht schaden, sich mit den auf den Hund bezogenen Abschnitten der Straßenverkehrsordnung, des Bürgerlichen Gesetzbuches, des Jagdgesetzes, der Tollwutverordnung und den Verordnungen der eigenen Ortsgemeinde zu beschäftigen.