Von Cover Ups & co

Jüngst ging ein Aufschrei zunächst durch die Schäferhundszene, der sich dann im Netz auch auf die IPG Szene (Schutzdienst) ausweitete:

Da hatten doch Polizisten tatsächlich die Frechheit, sie anzuzeigen, weil die „Hundesportler“ ihre Hunde während einer mehrtägigen Veranstaltung im Anhänger übernachten ließen. Das sei das Ende des Hundesportes, hieß es. Schliesslich habe man ja mehrere Hunde, weil das nächste Sportgerät sich schon in der Ausbildung befände, und die wären natürlich untereinander nicht verträglich. Die Hundesportverbände sollten doch bitte sehr gegen diese Unverschämtheit protestieren.

An das Halten von Hunden in Räumen, die nicht für den menschlichen Aufenthalt bestimmt sind, werden in der Tierschutz-Hundeverordnung (§ 5 & 6) hohe Anforderungen gestellt, die in einem nur für den Transport bestimmten Anhänger natürlich nicht erfüllt werden. Aber für das doch so übergeordnete Ziel des Hundesports und der Rassehundezucht muß über diese Verordnung verständlicherweise hinweg gesehen werden, oder?

Auffälligerweise gab es bei der Diskussion im Internet auch Kommentare von Rally Obedience Sportlern mit mehreren Hunden, die anmerkten, sie würden in solchen Fällen ihre Hunde einfach mit ins Hotel nehmen. Deren Hunde sind komischerweise aber auch miteinander verträglich.

Beim Lesen der Diskussionsbeiträge fiel mir eine Person aus dem IPG Bereich auf, für die das Verbot der Anhängerhaltung besonders dramatisch zu sein schien. Auf deren Internetseite fand ich dann (neben einer grauenhaften Rechtschreibung und Grammatik) die zu ihrer Einstellung passenden Utensilien: Cover Up 1.0 für Stachelhalsbänder und Cover Up 2.0 für „Geräte“. Dabei handelt es sich um Bezüge für Stachelhalsbänder oder Elektroreizgeräte, die nach außen ein normales Halsband vortäuschen sollen.

Stachelhalsbänder und Würgehalsbänder sind verboten. Zwar sind sie leider nicht ausdrücklich vom Gesetzgeber erwähnt, aber:

Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

Paragraph 1 Tierschutzgesetz –

Ein vernünftiger Grund liegt im Falle der Hundesportausbildung mit Sicherheit nicht vor! Elektrohalsbänder sind sogar explizit verboten:

Es ist verboten, ein Gerät zu verwenden, das durch direkte Stromeinwirkung das artgemäße Verhalten eines Tieres, insbesondere seine Bewegung, erheblich einschränkt oder es zur Bewegung zwingt und dem Tier dadurch nicht unerhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt, soweit dies nicht nach bundes- oder landesrechtlichen Vorschriften zulässig ist,

Paragraph 3 Tierschutzgesetz –

Allein die Benutzung eines Cover Ups zeigt schon das vorhandene Unrechtsbewußtsein. Ausbildung, sogar im Schutzdienst, ist auch ohne diese Foltergeräte möglich.

Es ist ein Armutszeugnis, wenn Hundesportler, die doch eigentlich eine besonders gute Bindung zu ihren Hunden haben könnten, bewusst gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutz-Hundeverordnung verstossen, wenn Menschen, die solche Cover Ups verkaufen, gleichzeitig auf Wettkämpfen des VDH starten dürfen, wenn Hunde stunden- und nächtelang in Anhängern gehalten werden und wenn dann noch eine Legitimation durch die Verbände gefordert wird.

Hier sollten die Verbände deutlich energischer Stellung beziehen und ihrerseits Hundesportler und Züchter, die sich nicht an die Spielregeln halten, von Wettkämpfen und Ausstellungen ausschliessen.

Pürzelchen – Training für glückliche HundeMenschen bezieht hier Stellung. Ihr werdet bei meinem Training keine aversiven Hilfsmittel benutzen. Dazu gehören zusätzlich zu den oben genannten auch Würgehalsbänder und Erziehungsgeschirre, die durch Zug in der Achsel Druck auf den empfindlichen Plexus brachialis ausüben und diesen schädigen können. Die negativen Auswirkungen eines solchen Trainings habe ich hier beschrieben. Meine Trainingsprinzipien findet ihr hier.