Die 30 Sekunden Regel…

Du hast deinen Hund erfolgreich zu dir zurück gerufen, womöglich aus einem tollen Spiel oder einer Möglichkeit zum Jagen. Du hast ihn freudig gerufen und er ist freudig gekommen und dann…

… bestrafst du ihn! Das würde ich doch nie tun, denkst du dir jetzt?

Wenn du nun deinen Hund anleinst, was ja in manchen Situationen unvermeidbar ist, ist das für den Hund eine Strafe. In der Lerntheorie spricht man hier von „operanter Konditionierung“ und „negativer Strafe“, was bedeutet, dass du dem Hund etwas Angenehmes, nämlich seine Freiheit, sein Spiel oder seine Jagdmöglichkeit wegnimmst.

Jetzt gilt es, den Hund diese unvermeidbare „Strafe“ nicht wahrnehmen zu lassen, denn Verhalten, das bestraft wird, wird in Zukunft seltener gezeigt und das wäre besonders beim Rückruf ziemlich ungünstig.

Das heißt für dich: (mindestens) 30 Sekunden belohnen!

Mindestens 30 Sekunden lang gibt es nun immer wieder ein Leckerli, verbales Lob, Kuscheln, Spielen mit dir, lustige Tricks, (falls möglich) gemeinsames Laufen zum Objekt der Begierde oder was auch immer deinem Hund (an der Leine) am meisten Spaß macht. Der Hund wird also für sein Verhalten hochwertig und anhaltend belohnt, um sicher zu stellen, dass er auch beim nächsten Rückruf gerne kommt.

Zusätzlich kannst du den Rückruf deines Hund auch häufig in Situationen nutzen, in denen du ihn nach einem kurzen Lob und Leckerli sofort wieder in die „Freiheit“ entlassen kannst. So lernt er, dass nicht nach jedem Rückruf ein Anleinen erfolgt.