Dominanz durch Dummheit?

Mal ehrlich, würdest du einen Menschen, der sich dumm, rücksichtslos, unberechenbar und unfreundlich verhält und offenbar keine Ahnung von den einfachsten höflichen Umgangsformen hat, als Vorbild und Autorität anerkennen?

Hoffentlich nicht!

Viele Menschen erwarten von ihren Hunden aber immer noch genau das!

Hundknigge: Ein Beutestück, egal ob Futter oder Spielzeug, das sich in einem gewissen Umkreis um die Nase eines Hundes befindet, gehört diesem Hund. Unabhängig von der Rangordnung gehört es sich nicht, dieses Beutestück zu entwenden. Entfernt sich der Hund von diesem Beutestück, hat er kein Interesse mehr daran, und Futter oder Spielzeug stehen der Allgemeinheit zur Verfügung.

Eigentlich genial einfach, oder?

Traditioneller Hundeführerknigge: Ein Beutestück, egal ob Futter oder Spielzeug, auch wenn es dem Hund zuvor übergeben wurde und sich in einem gewissen Umkreis um dessen Nase befindet, gehört immer dem Hundeführer. Der Hund muss es dem Menschen jederzeit überlassen. Tut er es nicht, verhält er sich dem Menschen gegenüber dominant. Von dieser situativen Dominanz lässt sich auf die Rangordnung rückschliessen. Damit der Mensch wieder zum Ranghöheren wird, muss er sich das Beutestück zur Not mit Gewalt aneignen. Dann wird der Hund ihn als Autorität anerkennen.

Merkt ihr etwas? Das kann nicht funktionieren!

Ein Dominanz-Subdominanz Verhältnis wird immer vom Rangniedrigeren gefestigt, der den Ranghöheren (in der Natur gewöhnlich ein Elterntier) aufgrund seiner Souveränität und Kompetenz anerkennt. Aber einen Idioten, der Gewalt mit Souveränität verwechselt und noch nicht einmal bei den einfachsten Höflichkeitsregeln Kompetenz zeigt, den wird man ganz sicher nicht als seinen Führer durch das Leben wählen.

Dennoch ist es manchmal wichtig, einem Hund ein Beutestück (z.B. Giftköder, gefährliche Nahrungsmittel o.ä.) abnehmen zu können. Auch menschliche Spielregeln müssen im Alltag akzeptiert werden: Nicht jedes Lebensmittel im Haus, das sich nicht im Nasenumkreis eines Menschen befindet, steht der Allgemeinheit zur Verfügung.

Die Lösung für dieses Dilemma ist komplex: Gutes Management, Aufbau eines tiefen Vertrauens zwischen Mensch und Hund, gegenseitiger Respekt, „Leadership“ des Menschen und Erlernen von positiv aufgebautem Alternativverhalten bilden die Basis. Diese Thematik greife ich in verschiedenen Kursen auf: