Kommunikation (Einführung)

Warum sollte man über Kommunikation nachdenken?

Paul Watzlawick stellte im Rahmen seiner fünf Axiome zur Kommunikation folgende These auf:

„Man kann nicht nicht kommunizieren, denn jede Kommunikation (nicht nur mit Worten) ist Verhalten und genauso wie man sich nicht nicht verhalten kann, kann man nicht nicht kommunizieren.“

Es macht also durchaus Sinn, sich einmal über die Kommunikation von uns und unseren Hunden Gedanken zu machen.

Was ist Kommunikation?

Kommunikation (lateinisch communicatio ‚Mitteilung‘) ist der Austausch oder die Übertragung von Informationen, die auf verschiedenen Arten (verbal, nonverbal und paraverbal) oder verschiedenen Wegen (Sprechen, Schreiben (meine Ergänzung Körpersprache, Berührung, Geruch)) stattfinden kann.

Wikipedia –

In vielen Fällen wird Kommunikation mit dem sogenannten Sender-Empfänger-Modell beschrieben. Dieses Modell ist aus der mathematischen Theorie der Kommunikation der beiden Mathematiker Warren Weaver und Claude E. Shannon hervorgegangen.

Wikipedia –

Das Sender-Empfänger-Modell beschreibt Kommunikation, als eine Informationsübertragung vom Sender zum Empfänger mittels eines Signals. Eine erfolgreiche Informationsübertragung ist also nicht nur von einer störungsfreien Übertragung abhängig, sondern auch davon, dass das verwendete Signal für Sender und Empfänger dieselbe Bedeutung hat.

Kommunikation ist die Vorraussetzung für das Zusammenleben in einer sozialen Gruppe, ist also für unsere obligat sozial lebenden Hunde lebensnotwendig. Eine funktionierende Kommunikation ist für ein friedliches Zusammenleben und die Entstehung von Bindungen unerlässlich. Während der Sozialisation wird die Kommunikation in einer Lebensgemeinschaft geübt. Die Bedeutung der verwendeten Signale wird optimalerweise für alle Gruppenmitglieder angeglichen.

Worin liegen Schwierigkeiten?

In der Kommunikation zwischen Menschen und Hunden entsteht eine Schwierigkeit dadurch, dass sich die intuitiv verwendete Körpersprache stark voneinander unterscheidet, die akustischen Signale wie eine Fremdsprache gelernt werden müssen und die Bedeutung der olfaktorischen Kommunikation bei Hunden deutlich höher ist als bei uns Menschen.

Obwohl wir Menschen uns für die intelligenteren Lebewesen halten, verlangen wir doch von unseren Hunden häufig eine hohe Bereitschaft und Fähigkeit unsere Signale ohne vorherige Übung fehlerfrei zu interpretieren. Gelingt diesen das nicht, werden oft Rangordnungsprobleme diagnostiziert, die in Wahrheit nur Kommunikationsprobleme sind. Auch Ablenkungen, die die korrekte Wahrnehmung des übermittelten Signals verhindert, werden von uns Menschen immer wieder nicht richtig berücksichtigt.

Im Gegenzug fehlt vielen Menschen die Bereitschaft, sich mit der hündischen Kommunikation zu beschäftigen. Das Verständnis sowohl der Lautgebung als auch der Körpersprache der Hunde muss gelernt werden. Die Welt der geruchlichen Kommunikation wird uns wohl für immer verschlossen bleiben, sollte aber dennoch immer mit berücksichtigt werden.

Auch unter Hunden kann es durch fehlende Sozialisation und durch die rassetypischen körperlichen Unterschiede mit zum Teil grossen Einschränkungen in den körpersprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten zu Kommunikationsproblemen kommen.

Wie setzt sich Kommunikation zusammen?

Die Kommunikation unserer Hunde lässt sich in drei Unterkategorien einteilen:

  1. Kommunikation Sender: Hund – Empfänger: Hund
  2. Kommunikation Sender: Hund – Empfänger: Mensch
  3. Kommunikation Sender: Mensch – Empfänger: Hund

In jeder Unterkategorie lassen sich dann noch verschiedene Signaltypen unterscheiden:

  1. akustisch (Sprache bzw. Lautgebung, Tonfall, Lautsärke, Intensität, Tonlage)
  2. optisch (natürliche Körpersprache inklusive Mimik, konditionierte Signale)
  3. olfaktorisch (Körpergeruch, Schweiss, Kot, Urin, Atemluft)
  4. taktil (Berührungen, Körperkontakt)

Natürlich werden diese Signaltypen meist zu einem Gesamtsignal kombiniert, das auch in seiner Gesamtheit decodiert werden muß, um die korrekte und vollständige Information zu erhalten.

In folgenden vier Artikeln findet ihr mehr zu diesem Thema:

  1. HUND-HUND
  2. HUND-MENSCH und
  3. MENSCH-HUND (1)
  4. MENSCH-HUND (2).

Seid gespannt und bleibt dran!