Habituation (Welpen ABC)

Habituation bedeutet Gewöhnung. Die Reaktion auf einen bestimmten Aussenreiz lässt nach oder bleibt langfristig sogar ganz aus. Hierfür darf der Reiz nicht als bedrohlich wahrgenommen werden und muss dem Hund wiederholt begegnen. Der Reiz wird als nicht bedeutsam eingeordnet. Gewöhnung findet unterbewusst statt.

Ein typisches Beispiel für Habituation beim Hund sind verschiedene Untergründe unter den Pfoten. Sind diese nicht schmerzhaft (=bedrohlich) gewöhnt sich der Hund an diese und wird ohne zu Zögern darüber laufen. Genauso verhält es sich mit verschiedenen Menschen, Fahrzeugen, Haushalts- und Gartengeräten. Besonders in der Welpenphase ist der Hund offen für Neues und dafür, dieses nicht als bedrohlich einzustufen. Er entwickelt seine „Geborgenheitsgarnitur“. Deshalb ist die bewusste aber behutsame Konfrontation des Welpen mit solchen Reizen wichtig.

Aber: Entscheidend ist es, darauf zu achten, eine Reizüberflutung zu vermeiden. Der Mensch muss seinen Hund gut beobachten. Zeigt er Zeichen von Überforderung, Stress, Beschwichtigung, Angst oder Ermüdung, hat man zu viel gewollt. Beim nächsten Mal sollte man folglich die Belastung reduzieren. Ist der Welpe gestresst, wird ein neuer Reiz nicht mehr als positiv wahrgenommen. Statt zur Habituation kommt es ungewollt zur Sensibilisierung. Ruhe- und Entspannungsphasen und viel ungestörter Schlaf sind wichtig, um zu regenerieren und alles Neue zu verarbeiten.