Nina Update (Tag 23)

Nachdem ich heute morgen die Tür geöffnet habe, kam nicht nur Philine sondern auch Nina aufs Bett gesprungen. Alle anderen Hunde und ich bekamen ein Küßchen (aktive Demut), sie wälzte sich auf dem Rücken (Komfortverhalten) und wollte auch von mir gekuschelt werden.

Im Garten saß sie heute auch fast gar nicht mehr in „ihrer Ecke“. Stattdessen lief sie mit den anderen umher und näherte sich auch uns immer wieder, um gestreichelt zu werden. Dabei ist sie durchgehend aufmerksam, an ihrer Umwelt interessiert, erforscht den Garten (Explorationsverhalten) und interagiert freundlich mit den anderen Hunden.

Wird Komfortverhalten und Explorationsverhalten so betont gezeigt, spricht das dafür, dass grundlegendere Bedürfnisse wie die nach Sicherheit, Struktur und sozialer Geborgenheit gestillt sind.

Das Schnüffelkissen ist mittlerweile mein „Lieblingsspielzeug“ für ängstliche Hunde. Es ist weich und geräuschlos, verursacht folglich keine Schreckmomente und fordert dem Hund nur eine eigentlich gewohnte Tätigkeit ab. Bewegungslose Angsthunde lassen sich damit tatsächlich häufig aus der Reserve locken, haben sichtlich Spaß und obendrein noch ein Erfolgserlebnis!

Neben den positiven Entwicklungen gibt es aber auch immer wieder Rückschritte. Vor ein paar Tagen hat sich Nina vor dem Losfahren so sehr hinter den Schrank geflüchtet, dass ich sie schließlich daheim ließ. Offensichtlich löste das aber leider auch Panik bei ihr aus: Als wir heim kamen, hatte sie zwei Kindertörchen zerlegt und die Gardinen herunter gerissen. Der Pipifleck war da noch der kleinste Teil der Verwüstung. Trennungsangst ist eine ernstzunehmende Angst. Niemals sollte man den Hund für solch eine Verwüstung bestrafen. Der Fehler lag in meinem Management. Ich hätte sie früh genug und in einem geeigneten Moment anleinen müssen, damit sie sich gar nicht erst hätte verstecken können.

Zu Ninas Bedürfnissen: Nina ist ein junger Hund, der immer mehr Bewegungsbedürfnis zeigt. Sie ist extrem sportlich, läuft ohne sich abzustützen auf zwei Beinen vorwärts und rückwärts, springt sehr hoch und joggt auch schon mit. Nina ist nichts für Stubenhocker. Ideal wäre tatsächlich eine kinderlose Familie mit einem freundlichen und souveränen Ersthund, die sie geduldig (in ihrem Tempo) aber kontinuierlich an einen auch körperlich anspruchsvollen Hundesport wie THS oder Agility heranführt. Nina ist sehr am Zusammenbleiben des Rudels interessiert. Sie sollte also möglichst immer dabei sein können. Das Landleben mit einer überschaubaren Häufigkeit von Menschenbegegnungen würde sie zur Zeit sicher bevorzugen.