Auswahl des Welpen (Welpen ABC)

Fragen, die du dir stellen solltest:

Willst du wirklich einen lebendigen Hund?

Kot und Urin auf dem Teppich, zerstörte Gegenstände, Dreck und Haare überall, Gebell und Gejaule, Jagen, Knurren, Beissen und Konflikte, Krankheit, Altern und Sterbebegleitung, tägliche lange Spaziergänge bei jedem Wetter, veränderte Urlaubsplanung, Verzicht, viel Zeit für den Aufbau einer Bindung, Erziehung, lebenslange Verantwortung, Hund möglichst gar nicht, aber nicht länger als vier Stunden allein lassen, Regeln der Unterbringung des Hundes bei eigener Erkrankung, … Ein Punkt, mit dem du nicht leben kannst? Dann kauf dir besser ein Kuscheltier!

Soll es unbedingt ein Welpe sein?

Ein Welpe macht in den ersten Monaten viel mehr Arbeit und Unsinn als ein erwachsener Hund: nie allein lassen, immer im Auge haben, auch nachts alle zwei Stunden raus gehen, trotzdem Urin und Kot auf dem Teppich und zerstörte Gegenstände, viel Zeit für Sozialisation und Habituation, Charakter des Hundes noch nicht offensichtlich, … Ein Punkt, mit dem du nicht leben kannst? Vielleicht ist ein erwachsener Hund die bessere Wahl!

Vom Züchter oder aus dem Tierheim/Tierschutz?

Welpen gibt es nicht nur beim Züchter, auch in Tierheimen und bei Tierschutzorganisationen warten immer wieder Welpen auf ihren Menschen. Bei einem guten Züchter weiß man, an was der Hund gewöhnt wurde, was also seine Geborgenheitsgarnitur bildet. Beim Tierheim oder Tierschutz weiß man das nicht immer und das kann ein bisschen mehr Arbeit bedeuten. Dafür schenkt man aber einem Hund, der einen schlechten Start ins Leben hatte, ein liebevolles Zuhause.

Wenn vom Züchter, von welchem?

Das Wühltisch- oder Kofferraumwelpen indisskutabel sind, ist hoffentlich mittlerweile bekannt. Aber auch das Siegel „Züchter im VDH“ schützt nicht vor bösen Überraschungen. Ein Züchter sollte die Eltern nach physischer und psychischer Gesundheit auswählen, Besuche während der ersten acht Wochen sollten möglich und gewünscht sein, die Welpen müssen mit der Mutter und in menschlicher Gemeinschaft aufwachsen, sie sollten schon an viele Alltagsgegenstände und – tätigkeiten gewöhnt , geimpft und entwurmt sein und kritische Fragen an die Interessenten sind auch ein gutes Zeichen.

Welche Rasse?

Hier ist ein ehrliches Analysieren der eigenen Bedürfnisse, der Bedürfnisse einer bestimmten Rasse und der eigenen Bereitschaft und Fähigkeit (Erfahrung, Zeit, Geld, Fitness) diese zu erfüllen gefragt! Informiere dich, wofür eine Rasse gezüchtet wurde. Niemals sollte man sich vom äußeren Erscheinungsbild oder Modetrends leiten lassen. Absolut tabu sollten Qualzuchten wie z.B. die brachycephalen Rassen sein. Bei manchen Rassen unterscheiden sich zusätzlich Arbeits- und Showlinien.

Welcher Welpe?

Naseweiß oder Bedenkenträger, das sind die zwei genetisch verankerten Hundetypen. Und die wirst du auch schon bei den Welpen entdecken. Der Bedenkenträger braucht geduldige Menschen, die ihm zeigen, dass die Welt schön und gar nicht so gefährlich ist, die seine Neugierde fördern und mit ihm Abenteuer erleben. Der Naseweiß braucht konsequente Menschen, die ihm Grenzen setzen und Raum verwalten. Was passt besser zu dir?

Was ist zu tun, bis der Welpe einzieht?

Du bist gesetzlich verpflichtet, dir vor dem Kauf eines Hundes die Kenntnisse und Fähigkeiten anzueignen, die du brauchst, um deinen Hund angemessen zu ernähren, zu pflegen und verhaltensgerecht unterzubringen. Außerdem solltest du deinen Haushalt nach gefährlichen Dingen wie z.B. Giftpflanzen durchforsten und einen Schlafplatz, einen Futter- und Wassernapf, eine Leine und Geschirr besorgen. Die Zeit kannst du auch nutzen, um dich schon einmal nach einer guten Welpenstunde umzuschauen.

Im Zweifel halte Rücksprache mit einem Hundetrainer. Wir freuen uns immer über Menschen, die sich VORHER informieren!