Gassigehen (Welpen ABC)

Der Welpe ist da. Und nun muss er raus? Aber wie? Wo? Wie lange? Und wozu?

Gassigehen – wie lange?

Für die Gassigehzeit mit Welpen gibt es verschiedene Richtwerte. Allerdings sind diese nie wissenschaftlich überprüft worden. Sie sind daher eher als Erfahrungswerte und tradierte Meinungen von erfahrenen Hundehaltern zu verstehen. Die zeitliche Limetierung wird mit der körperlichen Belastung und der Konfrontation mit neuen Reizen begründet. Da beide Faktoren natürlich nicht rein zeitabhängig sind, sind die empfohlenen Gehzeiten auch nicht dogmatisch zu verstehen.

Folgende Faustregeln sind üblich:

  • 1 Minute pro Lebenswoche pro Gassigeheinheit ODER
  • 5 Minuten pro Lebensmonat pro Gassigeheinheit
  • (… wobei beides natürlich ungefähr auf dieselbe Zeitspanne hinausläuft.)

Gassigehen – wozu?

Beim Gassigehen darf dein Welpe die Welt entdecken. Nimm dir Zeit. Lass ihn auf der einen Seite seine direkte Umgebung erkunden, damit er entdeckt, wo er zuhause ist. Gib ihm aber immer wieder auch in kleinen Dosen die Chance, neue Orte zu entdecken. Auch ein Kinderwagen, ein Rollstuhl, rennende Kinder, ein Bagger, ein Fahrrad, andere Tiere und Menschen wollen kennengelernt werden. Die eigenen Fähigkeiten kann dein Hund vielleicht beim Klettern auf einen Baumstamm erfahren. Ermuntere ihn ruhig dazu. Achte aber immer darauf, deinen Hund nicht zu überfordern. Gerne kannst du auch kleine Spiele in euren Spaziergang einbauen. So lernt dein Hund, dass du auch draußen interessant für ihn bist.

Gassigehen – was nicht?

Ziel des Gassigehens ist es nicht, eine möglichst weite Strecke pro Zeiteinheit zurückzulegen. Dein Hund soll auch nicht vor der Haustüre erschöpft zusammenbrechen. Ziel des Gassigehens ist auch nicht zwangsläufig, dass der Hund sich löst. Auch sollte dein Hund unbedingt von Anfang an nie die Erfahrung machen, dass sein Ziehen an der Leine zum Erfolg führt. Achte auch darauf, deinen Hund nicht mit neuen Reizen zu überfluten oder ihn durch Dauerbeschäftigung zu nerven. Versuche hier immer ein gutes Gleichgewicht zwischen Bekanntem und Unbekanntem und zwischen Beschäftigen und eigenem Erkunden zu finden.

Gassigehen – danach?

Hat dein Hund über all dem Neuen während des Spazierganges ganz vergessen sich zu lösen, gehe einfach nochmal kurz zu seinem Lieblingsplatz, den er gewöhnlich zu diesem Zweck nutzt, und gib ihm dort die nötige Zeit. Aber dann geht es zurück ins Körbchen. Mindestens genauso wichtig wie das Abenteuer „Gassigehen“ ist die Ruhe danach. Dein Hund braucht nicht nur körperliche Erholung, er muss auch all die neuen Reize verarbeiten, mit denen er unterwegs konfrontiert wurde. Ist ein junger Hund „überdreht“, liegt dies oft nicht daran, dass er nicht ausreichend ausgelastet ist, sondern daran, dass er nicht genügend zu Ruhe kommt.