Für oder gegen Rassismus?

Manchmal frage ich mich, ob die Demonstrationen gegen Rassismus nicht eigentlich Demonstrationen für Rassismus sind. Zumindest bei einem Teil der Demonstranten. Rassismus steht im Kontext dieser Demonstrationen immer dafür, dass jemand aufgrund irgendeiner Gruppenzugehörigkeit benachteiligt wird. Die Demonstranten sprechen sich gegen die Diskreminierung von Schwächeren und Minderheiten aus.

Es ist unglaubwürdig, wenn man gegen etwas demonstriert, das man selber gerade tut. Viele Demonstranten fördern durch ihr Verhalten die Ausbreitung von SARS-CoV-2. Sie gefährdern damit Schwächere, eine Minderheit, die durch dieses Verhalten immer noch mehr in ihrer letzten verbliebenen Freiheit eingeschränkt wird und deren Leben in Gefahr ist: Menschen mit erhöhtem Risiko für einen schweren bis tödlichen Verlauf von Covid-19.

„I can´t breathe!“ steht auf den Schildern. Man zeigt Solidarität mit Menschen am anderen Ende der Welt* , fühlt sich moralisch überlegen und nimmt dabei seinem Nächsten**, dem Schwächeren, der Minderheit der Risikopatienten die Luft zum Atmen – im übertragenen aber leicht auch im wirklichen Sinne!

(*Die Solidarisierung mit Schwächeren am anderen Ende der Welt ist grundsätzlich gut und soll hier keinenfalls verurteilt werden.)

(**Lukas 10, 25-37)