Clopapier, Campingausrüstung & Caniden…

… – die Verkaufsschlager in der Coronakrise?

Clopapier wird irgendwann verbraucht sein, die Campingausrüstung kann man problemlos im Keller verstauen – aber was ist mit den Hunden?

Im Lockdown hatten viele Menschen freie Zeit im Überfluss: Der ideale Zeitpunkt, den Traum vom eigenen Hund endlich wahr werden zu lassen? Homeoffice, Kurzarbeit, pausierte Freizeitbeschäftigungen, geschlossene Sportvereine, Wegfall von Partys, Familientreffen und Shopping Tagen – so viel Zeit!

Außerdem war da die Sehnsucht nach Gemeinschaft, nach Liebe, nach Kuscheln… Ein Welpe oder auch ein älterer Hunden waren eine gute Wahl, um die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Die Beschäftigung mit dem Hund half zusätzlich gegen die Langeweile und Eintönigkeit während der Ausgangssperre. Der Hund – die perfekte Lösung! Und der Anschaffungszeitpunkt konnte besser nicht sein.

Und dann begann das Leben wieder. Alle die sinnvollen und sinnlosen Zeitfresser tauchten wieder auf. Die Zeit wird wieder knapp und knapper und die Prioritäten ändern sich. Das Kind muss wieder zum Training gefahren werden, die Oma feiert Geburtstag, eine neue Hose braucht man auch schon lange, die Arbeitszeiten werden wieder länger und die Freunde wollen auch mal wieder vorbeikommen.

Der Hund hatte vor Corona keinen Platz im überfüllten Terminkalender und hat ihn auch nach Corona nicht.

Gassigehen – ok, das muss wohl irgendwie sein, aber Hundetraining? Mit Hin- und Rückfahrt womöglich eine ganze Stunde pro Woche oder sogar eineinhalb – nur für den Hund! Das ist dann doch zuviel verlangt – maximal alle zwei Wochen wäre dafür eventuell noch ein kleines Plätzchen im Terminkalender zu finden. Dreimal am Tag fünf Minuten zuhause üben? Ganze 15 Minuten am Tag? Das sind ja noch einmal fast zwei Stunden in der Woche.

Dafür lassen die Zeitfresser nun wirklich nichts mehr übrig – in Zukunft noch weniger als heute, denn sie werden kontinuierlich wieder zahlreicher.

Und dann? Besonders die Welpen werden älter! Sie schlafen weniger, brauchen deutlich mehr Bewegung und auch mehr geistige Auslastung. Sie brauchen mehr Zeit. Sie wollen mit ihren Menschen laufen, trainieren, zusammenarbeiten und Abenteuer erleben. Aber die haben keine Zeit mehr.

Vielleicht sitzt der Hund jetzt jeden Tag viele Stunden alleine zuhause und wartet, dass seine Menschen wiederkommen. Vielleicht sind seine Menschen aber auch physisch anwesend, wirklich bei ihm sind sie aber nicht. Seine Sehnsucht nach Gemeinschaft und Liebe bleibt weitgehend ungestillt. Sein Bedürfnis nach physischer und psychischer Auslastung wird ignoriert.

Der Mensch hat sich seinen Traum vom Hund erfüllt. Der Hund erlebt einen nicht enden wollenden Alptraum!

Bitte, bitte liebe Menschen, überlegt euch, ob ihr genug Zeit für einen Hund habt, bevor ihr ihn in euer Leben holt! Und denkt darüber nach, ob ihr seinen individuellen psychischen und physischen Bedürfnissen gerecht werden könnt und wollt! Auch nach „Corona“…

Und wenn der Hund schon da ist? Dann müsst ihr jetzt verzichten lernen! Eure Verantwortung für euren Hund ist eine lebenslange. Und ihr habt sie freiwillig übernommen.