Heißer Hund

Welche Körpertemperatur hat dein Hund? Wie reguliert er seine Körpertemperatur?

Ungefähr 38 – 39 °C sollten unsere Hund heiß sein und unter 37 °C und über 40 °C mache ich mir ernsthafte Sorgen!

Ist Hunden kalt, „verkleinern sie ihre Körperoberfläche“, indem sie sich zusammen rollen, zittern oder sich an einander oder an uns kuscheln.

Bei Hitze dagegen versuchen sie möglichst viel Körperwärme an die Umgebung abzugeben: Sie legen sich möglichst ausgestreckt auf kühle Oberflächen und hecheln. Über das Hecheln machen sie sich die Verdunstungskälte auf Zunge, Maul- und Nasenschleimhaut zunutze. Bei hoher Luftfeuchtigkeit wird es für sie somit schwieriger, Wärme abzugeben. Die Verdunstung geht aber natürlich auch mit einem Flüssigkeitsverlust für die Hunde einher. Das Schwitzen über die Pfoten spielt für die Temperaturregulation keine bedeutende Rolle.

Und jährlich grüßt… der Hund im heißen Auto!

(1) Die Betreuungsperson hat dafür zu sorgen, dass dem Hund in seinem gewöhnlichen Aufenthaltsbereich jederzeit Wasser in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung steht. (…) 3. für ausreichende Frischluft und angemessene Lufttemperaturen zu sorgen, wenn ein Hund ohne Aufsicht in einem Fahrzeug verbleibt; (…)

§8 TierSchHuV–

Tabellen über die Entwicklung der Innentemperatur in einem Fahrzeug (abhängig von der Außentemperatur und der Zeit) gibt es genug. Natürlich hängt die Temperaturentwicklung aber auch immer noch von der Ausgangstemperatur im Fahrzeug, der direkten Sonneneinstrahlung, der Fahrzeuggröße, -farbe und -belüftung ab.

Schau dir einmal solche Tabellen an und lass deinen Hund lieber einmal zu wenig als zu viel alleine im Auto zurück. Ist man zu zweit unterwegs, sollte immer eine Person mit im geöffneten Auto warten.

Kritisch heiß? Wann schlage ich die Scheibe ein?

Überhitzt ein Hund, kommt es zu zwei Problemen: Erstens führt das Hecheln zu einem Flüssigkeitsverlust. Und zweitens funktioniert der Körper eines Säugetieres nur in einem bestimmten Temperaturbereich optimal. Je mehr die Isttemperatur von diesem Bereich abweicht, desto mehr Körperfunktionen werden beeinträchtigt oder sogar nachhaltig geschädigt bis hin zum Tod des Individuums.

Schaut dich ein Hund mit wachen Augen aus dem Auto an, hechelt er nicht oder nur ganz leicht und bellt er dich womöglich vehement an, brauchst du dir keine Sorgen um ihn zu machen, zumindest nicht in diesem Moment. Wenn du sicher gehen willst, wartest du in der Nähe, bis du sicher bist, dass der Hundehalter rechtzeitig zurück gekehrt ist.

Hechelt ein Hund dagegen sehr stark und ist aber noch hellwach, solltest du die Situation im Auge behalten und versuchen, den Hundehalter ausfindig zu machen.

Wirkt ein Hund bereits apathisch oder ist gar bewusstlos, handelt es sich um einen Notfall. Ob du selber das Auto (gewaltsam) öffnest oder jemand anderen zur Hilfe holst, musst du selber nach deinem Gewissen entscheiden.

Auf heißen Pfoten?

Nicht nur im Auto kann es für Hunde im Sommer unlustig werden. Auch Asphalt wird heiß, richtig heiß! Das gilt auch für Pflastersteine. Im Zweifel zieh einfach mal deine Schuhe aus und laufe barfuß neben deinem Hund her!

An wirklich heißen Tagen empfiehlt sich eine Gassirunde am frühen Morgen und am späten Abend. Dazwischen wird es dir dein Hund danken, wenn er einfach nur einige Male in den Garten gelassen wird. Wer keinen Garten hat, sollte bevorzugt schattige Waldwege oder Wiesen aufsuchen. Die Hundepfoten werden es dir danken!

Was macht Hunde sonst noch heiß?

Jede körperliche Bewegung führt zu einer Erhöhung der Körpertemperatur, denn Wärme ist ein „Abfallprodukt“ der Muskelarbeit, das ist wahrscheinlich jedem klar.

Hundesport ist deswegen bei hohen Temperaturen mit Vorsicht zu genießen, besonders dann, wenn die Hunde sehr leicht zu motivieren sind, auch über ihre Grenzen zu gehen. Auch so mancher Balljunkie bemerkt seine Grenzen im suchtgesteuerten Spiel nicht mehr. Kaum zu sehen ist die extrem hohe Muskelarbeit, die ein Hund leistet, der eine Fährte erarbeitet und dabei bis zu 300 Atemzüge pro Minute leistet.

Hier ist es die Aufgabe des Menschen, die Temperaturregulation und körperliche Leistungsfähigkeit seines Hundes ganz genau zu beobachten und in Abhängigkeit von dessen Alter, Gesundheits- und Trainingszustand zu bewerten.

Sommer ohne Spaß?

Und nun? Sollen die Hunde an solchen Tagen nur faul herum liegen? Spätestens am zweiten Tag kämen wohl viele Hunde auf eine Menge dumme Gedanken!

Aber zum Glück gibt es ja viele tolle Alternativbeschäftigungen. Im kühlen Haus lassen sich Intelligenz-, Such-, Schnüffel- oder Sortierspiele machen. Targettraining, kleine Gehorsamsübungen, Tricks, Koordinationstraining oder Muskelaufbautraining brauchen nicht viel Platz und funktionieren auch im Wohnzimmer. Spaziergänge im kühlen Wald oder ein Bad im See sorgen für die nötige Bewegung. Die Spaziergänge werden möglichst in die Morgen- und Abendstunden verschoben und in den Garten geht es am späten Abend, wo dann auch nach Herzenslust getobt werden darf.

Kalter Hund gefällig?

Zum Schluß stelle ich dir noch ein paar nützliche Dinge für heiße Tage vor – unsere Ausstattung für unterwegs in Wort und Bild:

  • unsere „Hitzekiste“:
  • Kühlmatten
  • Kühlmäntel (im Wasser „gelagert“)
  • Kühlhalstücher (im Wasser „gelagert“)
  • Wasserflaschen
  • zusätzlich zur Kiste:
  • „schwappsicherer“ Wassernapf
  • mindestens eine PET Flasche mit 1,5 l Wasser
  • Handtuch für nasse Hunde nach einem kühlenden Bad
  • evtl. Booties

In diesem Sinne: Behaltet immer einen kühlen Hund! 😉