Tote ohne Lobby?

Eine Aussage über den Beginn der Jagdsaison von Chiara, der italienischen Tierschützerin, die mit der Hundehilfe Mariechen (der Organisation, über die wir zu unseren drei Mädels gekommen sind) zusammenarbeit, hat mich heute sehr nachdenklich gemacht:

Unsere Italienische Tierschutzpartnerin Chiara schreibt:
„Buongiorno, dalla mia finestra si sentono gli spari e le grida. Per me inizia l’inferno😓
Da oggi centinaia e centinaia di cani verranno uccisi e nessuno parlerà di loro perché tutto è normale.“

Übersetzung:
Guten Morgen, von meinem Fenster aus höre ich die Schüsse und das Geschrei. Für mich beginnt das Inferno. Von heute an werden Hunderte über Hunderte von Hunden erschossen und niemand redet von ihnen, weil das alles normal ist😪

Die Vorsitzende der Hundehilfe Mariechen schrieb dazu erklärend:

Anfang September beginnt die Jagdsaison in der Toskana. Eine entsetzliche Leidenszeit für etliche Jagdhunde. Diese Woche vom 24.8. beginnt schon die „Testung“ wie die Jäger es nennen. Segugi, Setter, Pointer, Bretonen, Segugi-Maremmani und andere Jagdhunde werden auf ihre Jagdtauglichkeit getestet. Wer nicht besteht, wird erschossen, erschlagen, im Wald zurückgelassen oder, wenn jung und schwach genug, als Köder für die Wildschweine eingesetzt. In Jahre langer Arbeit hat Chiara das Vertrauen einiger Jäger gewinnen können, die sie dann anrufen, bevor sie die „Untauglichen“ töten. Chiara und ihre Helfer sowie wir stehen bereit, so viele wir können zu retten, zu helfen, zu pflegen, zu vermitteln.
Für uns alle, aber ganz besonders für Chiara sind das ganz schlimme Zeiten, da sie vorort ständig Schüsse und Gebell hört und andauernd mit den Schicksalen so vieler Hunde, die der Jagd zum Opfer fallen, konfrontiert ist. Der Vorstand, die Vermittler und Freunde versuchen so gut wir können, das Leid und die Hundenot auf viele Schultern zu verteilen und vor allem, die Hunde in eine bessere Zukunft zu bringen, ganz nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stark und wir schaffen das“.

Besonders von Phili wissen wir, wie knapp sie diesem Tod entkommen ist. Wenn ich mir dieses liebenswerte, kleine, braune Knäul anschaue, das sich gerade vertrauensvoll an mich kuschelt, während es wahrscheinlich von einem wunderschönen Tag träumt, an dem es mit vier Hundekumpeln durch den Wald gewandert und über Felsen geklettert ist, dann beim Hundesport Spass hatte und anschließend ausgelassen mit Lina durch den Garten getollt ist, kann ich mir das kaum vorstellen!

Mir blutet allerdings genauso das Herz, wenn ich an einem Transporter mit kleinen Schweinchen vorbei fahre. Auch diese intelligenten Wesen und mit ihnen alle von uns in unserer Perversion als „Nutztiere“ bezeichneten Tiere wollen leben. Wir Menschen sind nicht auf den Verzehr tierischer Produkte angewiesen! So viele Tote nicht ohne, aber mit zu wenig Lobby!