2. Advent: Beschäftigungsidee

Es ist draußen nass und kalt und ihr habt Lust auf einen heißen Tee?

Super, dann lasst euch doch den Teebeutel von eurem Hund anzeigen oder bringen. Und zwar genau den Richtigen!

In dieser Trainingsanleitung gehe ich davon aus, dass dein Hund schon apportieren oder anzeigen kann. Eine Trainingsanleitung hierfür würde diesen Artikel sprengen. Meine Beschreibung geht davon aus, dass dein Hund anzeigt, sie lässt sich aber leicht auf Apportieren übertragen.

Trainingsmaterial:

  1. Für das Training brauchst du verschiedene Teebeutel, immer zwei von einer Sorte, eine Reihe anderer Gegenstände wie z.B. Hölzer, Leder- oder Stoffstücke und auch Spielzeuge deines Hundes. Achte dabei darauf, dass die ausgewählten Teesorten keine für den Hund gefährlichen Stoffe wie z.B. Teein enthalten. Die Teebeutel der Sorte A werde ich im Weiteren als Teebeutel A.1 und A.2. bezeichnen, die Teebeutel der Sorte B als Teebeutel B.1 und B.2 usw…
  2. Außerdem brauchst du ein Pfotentarget für deinen Hund, entweder ein Target, das er schon kennt, oder ein flaches Kissen, einen Teppichrest o.ä.. Dies dient dir während des Trainings als Startposition jeden Durchganges für deinen Hund.
  3. Zuletzt ist es noch sehr hilfreich, wenn du mit Clicker oder Markerwort arbeitest. Natürlich dürfen auch die Leckerlis nicht fehlen.

Trainingsaufbau:

  1. Jeder Durchgang beginnt damit, dass dein Hund auf seinem Pfotentarget sitzt oder liegt. Das ist unser Startpunkt, der Ruhe und Konzentration in das Training bringen soll.
  2. Schritt 1: Du legst Teebeutel A.1 ca. einen Meter vor deinem Hund hin und gibst ihm dein Signal zum Anzeigen. Zeigt er ihn an, markerst du dies als richtig und belohnst es. Danach setzt du deinen Hund zurück auf die Startposition.
  3. Schritt 2: Du legst Teebeutel A.1 vor deinem Hund hin. Dann lässt du deinen Hund am Teebeutel A.2 schnuppern, bevor du ihm das Signal zum Anzeigen gibst. Dann arbeitest du weiter, wie bei Schritt 1.
  4. Schritt 3: Du legst einen anderen Gegenstand (keinen Teebeutel) neben Teebeutel A.1. Achte immer auf ca. 50 cm seitlichen Abstand zwischen den Gegenständen. Nun arbeitest du weiter, wie bei Schritt 2.
  5. Schritt 4: Der Aufbau bleibt wie bisher, bis auf dass du nun mehrere Gegenstände (keine Teebeutel) neben deinem Teebeutel plazierst (mit jeweils ca. 50 cm Abstand zu einander). Den Abstand der Gegenstände zum Hund kannst du nun auf 1,5-2 Meter erhöhen.
  6. Schritt 5: Schon im nächsten Durchgang tauschst du die Positionen der Gegenstände und achtest besonders darauf, dass dein Teebeutel immer auf einer anderen Position liegt.
  7. Schritt 6: Schwierig wird es, wenn du neben den Gegenständen auch noch ein Spielzeug deines Hundes mit in die Reihe legst.
  8. Du führst die Schritte 1-6 mit Teebeutel B.1 und B.2 durch.
  9. Nun führst du noch einmal Schritt 2 mit Teebeutel A.1 und A.2 durch.
  10. Anschließend legst du Teebeutel C.1 neben Teebeutel A.1. Dann lässt du deinen Hund an Teebeutel A.2 schnuppern, bevor du ihm das Signal zum Anzeigen gibst. Zeigt dein Hund Teebeutel A.1 an, wird er bestätigt.
  11. Im nächsten Durchgang vertauscht du die Positionen von Teebeutel C.1 und A.1 und verfährst ansonsten genauso.
  12. Nun legst du Teebeutel C.1 neben Teebeutel B.1 und gehst genauso vor, wie zuvor mit C.1 und A.1..
  13. Dann legst du Teebeutel A.1 und B.1 und C.1. nebeneinander und lässt deinen Hund an Teebeutel A.2 schnuppern. Du clickst und belohnst, wenn er dir den Teebeutel A.1. anzeigt.
  14. Danach tauscht du die Positionen und lässt deinen Hund erneut an Teebeutel A.2 schnuppern und A.1. anzeigen.
  15. Nun lässt du ihn an B.2 schnuppern und bestätigst ihn, wenn er B.1 anzeigt. Hast du das Training bisher sorgfältig durchgeführt, wird er das wahrscheinlich jetzt tun.
  16. Für Profis: Wenn dein Hund verstanden hat, dass er immer die Teesorte anzeigen soll, an der du ihn zuvor hast schnuppern lassen, kannst du das Spiel um weitere Teebeutel erweitern.
  17. Für Supertalente, nein, eigentlich für Trainingsweltmeister: Ist dir das immer noch zu langweilig, kannst du auch andere Dinge, wie z.B. Teetassen oder Teelöffel einbauen, wobei du dann auch immer zwei gleiche benötigst. So kannst du dieses Spiel zum Konzeptlernen „Zeig mir das Gleiche!“ ausbauen.

Noch ein paar grundsätzliche Dinge:

  • Trainiere nur, wenn ihr beide gut gelaunt und konzentriert seid.
  • Die Anzahl der Wiederholungen eines Trainingsschrittes hängt davon ab, wie schnell dein Hund verstanden hat, was du von ihm willst.
  • Die Dauer einer Trainingseinheit hängt davon ab, wie lange sich dein Hund konzentrieren kann (Alter, Müdigkeit, Trainingserfahrung, …). Grundsätzlich gilt: Lieber zu kurz als zu lang. Fünf, maximal 10 Minuten reichen absolut aus.
  • Höre auf, wenn es am schönsten ist.
  • Wähle deine Trainingsschritte immer klein genug, zur Not auch einmal kleiner, als ich sie beschreibe. Stress-, fehler- und frustfreies Lernen ist immer das Ziel!
  • Neue Dinge werden mit besonders hochwertigen Leckerlis besser und nachhaltiger gelernt.
  • Du kannst dir den Teebeutel anzeigen lassen (durch Nasentarget, stationäres Nasentarget, Sitz oder Platz) oder du kannst dir den Teebeutel bringen lassen.
  • Ausreden zählen nicht: Tatsächlich ist es egal, wie groß oder klein, jung oder alt dein Hund ist, er kann lernen, dir immer den richtigen Teebeutel anzuzeigen. Und dein Hund wird es dir danken: Er kann endlich einmal zeigen, wie schlau er ist.

Viel Spaß und viel Erfolg! 🙂

Jetzt dürft ihr ein Jahr fleißig trainieren und Weihnachten 2021, wenn Weihnachtsfeiern in der Familie ohne Gefährdung unserer Mitmenschen hoffentlich wieder vertretbar sind, könnt ihr euer Kunststück dann vorführen.