Nur ein kleiner Hund…

Rasse : „kleiner Hund“

… oder wie? Viele der kleinen Hunde gehören zur Gruppe der Gesellschafts- und Begleithunde, aber längst nicht alle. Es gibt auch viele kleine Arbeitshunde, die z.B. für die Baujagd, für die Dezimierung von Ratten und Mäusen rund ums Haus oder auch als Wachhund der armen Leute genutzt wurden und werden. Kleine Mischlingshunde aus dem Tierschutz stammen sogar in den meisten Fällen von echten Arbeitshunden ab. Wie immer bei der Auswahl des Hundes, sollte man sich niemals aufgrund des optischen Erscheinungsbildes für einen bestimmten Hund entscheiden. Aber auch die Rasse oder Zuchtlinie ist lediglich ein Hinweis auf, aber niemals eine Garantie für bestimmte Verhaltensweisen eines Hundes. Auch wer einen kleinen Hund in die Familie aufnehmen will, sollte sich bewusst sein, dass dieser sehr eng mit dem großen Beutegreifer Wolf verwandt ist und nicht mit dem Plüschhund im Spielwarenladenregal.

Vor- und Nachteile

Vorteile: Kleine Hunde können, auch wenn sie wollen, weniger Schaden anrichten als große Hunde. Außerdem sind sie körperlich gut kontrollierbar. Alleine durch ihre Größe brauchen sie ein bischen weniger Auslauf in Kilometern und weniger Platz im Auto und im Haus. Gut ist auch, dass man sie bei Krankheit oder Verletzung leicht tragen kann. Und beim Futter kommt man natürlich auch billiger weg.

Nachteile: Kleine Hunde sind körperlich verletzlicher, sei es durch andere Hunde oder Kinder. Oft entstehen hierdurch Ängste und teilweise auch Verhaltensprobleme. Auch sportlich sind ihnen durch ihre Körpergröße gewisse Grenzen gesetzt, z.B. beim Laufen am Fahrrad oder bei anspruchsvollen Wanderungen.

Sozialisierung

Das wohl größte Problem vieler kleiner Hunde ist, dass ihre Besitzer viel häufiger als Halter großer Hunde Welpenkurs, Sozialisierung, Habituation und Grunderziehung vernachlässigen. Insbesondere die Sozialisierung in Bezug auf den Umgang mit großen Hunden in einer guten und mobbingfreien Welpenstunde verbunden mit einer Schulung der Besitzer hinsichtlich der Körpersprache und der Bedürfnisse ihres Vierbeiners ist für kleine Hunde extrem wichtig. Oft liegt in diesem Versäumnis und damit einher gehender, fehlender sozialer Unterstützung schon die Ursache für später auftretende Leinenaggression, insbesondere gegenüber großen Hunden.

Erziehung

Training und Kommunikation wird bei kleinen Hunden häufig durch Manipulation ersetzt. Der Hund kann so nicht lernen, dass sich Kooperation mit seinem Menschen lohnt und Freude macht. Wird die Manipulation dann zu allem Überfluss ohne Rücksicht auf die hundliche Körpersprache und ohne Ankündigung angewandt, kann das Vertrauen zerstören und im schlimmsten Fall bis zu Beißvorfällen führen. Kleine Hunde wollen genauso als selbstständige Lebewesen wahr- und ernstgenommen werden. Wie heißt es so schön: Respekt ist keine Einbahnstraße.

Auslastung

Bei der Grunderziehung hört es nicht auf – auch nicht bei kleinen Hunden. Kleine Hunde haben genauso wie große das Bedürfnis nach physischer und kognitiver Auslastung. Die meisten Hundesportarten stehen ihnen problemlos offen. Gemeinsames Training formt aus Mensch und Hund ein Team. Und gemeinsam erlebte Abenteuer stärken Bindung und Vertrauen. Jeder Hund hat es verdient, dass auch in diesem Bereich seine Bedürfnisse wahrgenommen und befriedigt werden.

Spät ist nicht zu spät!

Entwickelt sich bei einem kleinen Hund ein Fehlverhalten, dauert es oft sehr lange, bis der Leidensdruck auch bei seinen Besitzern so groß geworden ist, dass sie sich professionelle Hilfe suchen. Aber besser spät, als nie: Egal wie alt ein Hund ist, er kann immer noch lernen. Und er hat es verdient, dass man ihm Zeit und Energie schenkt.

Weihnachten

– der Zeitpunkt, an dem ich diesen Beitrag veröffentliche, ist nicht zufällig gewählt. Auch ein kleiner Hund ist kein Geschenk, das für die Kinder unter dem Weihnachtsbaum liegen darf. Die Entscheidung für einen Hund sollte immer mit der ganzen Familie getroffen werden. Vor dem Einzug des Hundes gilt es, sich über dessen Bedürfnisse zu informieren. Auch grundlegende Regeln im Zusammenleben sollten gemeinsam festgelegt worden sein. Wenn dann noch der Wohnraum und der Garten von allen Gefahren für einen Hund befreit wurden und Körbchen, Näpfe, Futtter, Leine, Geschirr und ggfs. Sicherung für das Auto bereit liegen, kann ein Hund in eine gut vorbereitete Familie ziehen.