Vorstellung: Segugio maremmano

Der Segugio maremmano ist ein mittelgroßer Jagdhund. Mit einer Schulterhöhe von 46 – 54 cm und einem Gewicht von 13 – 23 kg bringt der robuste, quadratische Hund die idealen körperlichen Voraussetzungen für die Schwarzwildjagd mit, wobei er als Allrounder auch auf andere Wildarten ansetzbar ist.

Brakentypisch inspiziert der Segugio maremmano weiträumig und nimmt Witterung auf, um dann spurlaut der Fährte zu folgen, das Schwarzwild aufzumachen und es zu hetzen. Der erfahrene Jäger hört an der Art der Lautgebung, in welcher Phase der Jagd sich seine Bracke befindet. Radikal, körperlich unempfindlich und mit hoher Geschwindigkeit folgt der Hund dem Wild ausdauernd auch durch dichtes Dornengestrüpp.

Wechselt das Schwarzwild in die Verteidigungsposition, bleibt der Segugio maremmano in sicherer Distanz vor dem Wild stehen und lässt unerschrocken seinen typischen Standlaut ertönen. Diese komplexe und selbstständige Jagdweise müssen die Hunde in Arbeitsprüfungen alleine, im Paar und in der Meute nachweisen. Bei der Arbeit in der Meute beweisen sie zusätzlich ihre Fähigkeit zur Zusammenarbeit und Orientierung am Glaubwürdigsten und Erfahrensten unter ihnen.

Außerhalb des Jagdgeschehens zeigt sich der Segugio maremmano als sehr sensibler, teilweise sogar ängstlicher Hund. Seinem Menschen gegenüber zeigt er große Anhänglichkeit und Treue und ist im häuslichen Umfeld ruhig und anpassungsfähig.

Als Meutehund ist er in der Regel sehr souverän und friedlich im Umgang mit anderen Hunden. Im Gegenteil: Eine Haltung als Einzelhund sollte gut überdacht werden. Territorial motiviertes Aggressionsverhalten ist dieser Rasse weitgehend fremd.

Wer einen Segugio maremmano in seine Familie aufnehmen möchte, sollte sich bewusst sein, dass er keinen mit dem Menschen kooperierenden Jagdhund, sondern einen über Stunden selbstständig JAGENDEN HUND adoptiert – einen Hund, der gerne und gut selbstständige Entscheidungen treffen kann. Nicht umsonst sagen die italienischen Jäger, dass sie auf der Jagd „ihren Hunden dienen“ (servire il cane).

Ich persönlich bin fasziniert von dieser Rasse, von ihrer ursprünglichen und selbstständigen Arbeitsweise, von ihrer Radikalität und klaren Kommunikation, von der Genialität beim Mantrailen und von ihrer Zartheit und Anhänglichkeit.

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