Unbequem und unerwünscht…

Kiro lebt derzeit noch bei seiner Familie und soll direkt von dort weg vermittelt werden. Sein Besitzer beschreibt ihn wie folgt:

Schweren Herzens müssen wir uns von unserem treuen Gefährten Kiro trennen. Kiro ist ein Golden Retriever – Schäferhund Mischling, Rüde, kastriert und wird am 6.6.2020 fünf Jahre alt. Er braucht ein sehr erfahrenes Herrchen oder Frauchen, welches mit schwierigen Hunden zurechtkommt. Kiro hat ein sehr ausgeprägtes Raumdenken und diese Räume will er auch ständig verteidigen. Da sich unsere Familienkonstellation (ich und mein Sohn bilden jetzt eine Patchworkfamilie mit meiner Lebensgefährtin und ihrer 13jährigen Tochter) verändert hat, hat Kiro Probleme sich in die Rangordnung einzufügen. Leider ist es schon vorgekommen, dass er die Tochter gebissen hat. Deshalb eilt es auch sehr! Auch gegenüber anderen Menschen und Hunden ist Kiro sehr misstrauisch und reagiert oftmals mit aggressivem Abwehrverhalten. Hier hat er leider auch schon bei anderen Leuten zugeschnappt. Aus diesem Grund braucht er wirklich eine erfahrene Hand, die sich diese Herausforderung zutraut. Er sollte nicht mehr als zwei Bezugspersonen haben, da sonst wieder die Probleme mit der Rangordnung auftreten können. Darum ist er auch nicht als Familienhund geeignet.

Kiro ist als Welpe und als Junghund kaum unter Menschen gekommen. Vermutlich kommt daher auch sein misstrauisches Verhalten gegenüber Menschen.

Text von der Homepage des Amberger Tierheimes, das zum Glück auch in solchen Fällen zu helfen versucht – danke, liebe Tierheimmitarbeiter, ihr macht einen tollen Job! –

Bei solchen Abgabevorhaben werde ich immer sehr traurig. Ist ein Hund so wenig wert, dass er den menschlichen Bedürfnissen nach einer bestimmten Wohnkonstellation untergeordnet wird?

Und ist es dann wirklich die richtige Lösung, einen Hund einfach abzugeben? Was erwartet einen solchen Hund nach der Abgabe? Lebenslanges Tierheim? Immer wieder wechselnde Familien?

Alternativ könnte man doch zunächst auf ein Zusammenziehen der beiden Familien verzichten und mit einem guten Hundetrainer an dem Problem arbeiten. Soweit es möglich ist aus dem zitierten Text auf die grundlegenden Probleme Rückschlüsse zu ziehen, würde ich ein Training der beteiligten Menschen und des Hundes als längst überfällig und durchaus sehr erfolgsversprechend einordnen! Und bitte, kann mal jemand diese diffuse Rangordnungsproblematik aus den Köpfen löschen?

Für den Hund kann ich nur hoffen, das er neue Menschen findet, die ihn wirklich lieben, seinetwegen im Zweifel auch zu Verzicht bereit sind und Freude daran haben, gemeinsam mit ihrem Hund und einem Trainer zu lernen. Sollte sich jemand für diesen Hund interessieren, findet er auf der Homepage des Amberger Tierheimes weitere Information. Eine kostenlose „Starthilfe Second Hand Dogs“ darf er dann gerne bei mir in Anspruch nehmen.

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